Gerüstet mit Einkaufswagen und bekleidet mit Plastiktüten protestierte das Aktionsbündnis Gerechter Welthandel (AGW) am Samstag, den 17. Dezember ab 12 Uhr in der Bonner Fußgängerzone gegen ausbeuterische Arbeitsbedingungen in Zulieferbetrieben der Discounter Aldi, Lidl und KiK.

Der bunte Demonstrationszug machte mit umgedichteten, bekannten Weihnachtsliedern wie „Hauptsache der Profit ist da” (Melodie „Lasst uns froh und munter sein”) und Straßentheatereinlagen auf Arbeitsrechtsverletzungen und Hungerlöhne in der Textilindustrie aufmerksam. Passanten wurden außerdem darüber informiert, wie sich jeder Kunde konkret für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen einsetzen kann.

 

Weltweit produzieren Menschen unter schlimmsten Bedingungen Kleidung, die teilweise zu Spottpreisen in Deutschland verkauft wird. Gerade Discounter wie Aldi, Lidl und KiK nutzen ihre Marktmacht, um gnadenlos die Preise beim Einkauf ihrer „Aktionswaren” zu drücken. Das bedeutet für die NäherInnen Löhne, die nicht zur Sicherung der Existenz ausreichen. Zahlreiche unbezahlte Überstunden und die Schikanierung von gewerkschaftlich aktiven Arbeiterinnen und Arbeitern in den Zulieferbetrieben sind zudem die Regel. Auch in Deutschland sind viele Beschäftigte im Einzelhandel nur noch zu Stundenlöhnen von unter 5 Euro beschäftigt. Das AGW fordert Aldi, Lidl und KiK dazu auf, ihre Einkaufspraktiken so zu verändern, dass Sozialstandards in der Produktion eingehalten werden können und die Beschäftigten hier und in den Produktionsländern Löhne erhalten, von denen sie leben können.

Die Discounter werben in der Öffentlichkeit damit, Verantwortung zu übernehmen, doch belegen Untersuchungen der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) in Zulieferbetrieben, dass die versprochenen Sozialstandards nicht eingehalten werden. “Was die Discounter betreiben ist lediglich Schönfärberei, für die Menschen in den Produktionsländern verbessert sich nichts.”, so Carina Grundmann vom Aktionsbündnis Gerechter Welthandel. Das AGW fordert deshalb von der Politik,Unternehmen gesetzlich zur Einhaltung von Sozial und Umweltstandards zu verpflichten.

Mehr Infos zum Thema gibt es hier:
www.sauberekleidung.de
www.cora-netz.de

Fotos der Aktion:
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